
14. Bericht: Heimflug am
21. April 2005 Inge
und Jeroen haben uns am Mittag
des 21. Aprils 2005 zum Flughafen
von Accra/Ghana begleitet und uns
geholfen, die Räder am Flughafen
vernünftig für den Flug zu
verpacken. Die
Verpackungsspezialisten
von Lufthansa-Cargo wollten die
Räder natürlich wieder mal erst
einfach in diverse Kartonagen
hüllen, da wir jedoch schon
reichlich schlechte Erfahrung mit
Fahrrädern in Kartons gesammelt
haben, konnten wir sie
überzeugen, für uns doch
Blasenfolie zu besorgen. Da diese
aber aber anscheinend zu den
Luxusgütern zählt
und nicht neuwertig erhältlich
war, bekamen wir ein wildes
Sortiment an
recyceltem Material,
das wir aber trotzdem ziemlich
teuer bezahlen mussten
immerhin, die Liegeräder waren
noch grob als solche zu erkennen
und wurden anscheinend auch als
solche behandelt, was bei Boxen
oft nicht der Fall ist.
Ohne die tatkräftige Hilfe der
beiden hätten wir es wohl kaum
geschafft, alles so gut zu
verpacken, denn an diesem Tag
ging es Franziska auch nicht so
gut, so dass wir uns allein in
der brütenden Mittagshitze wohl
noch mehr abgemüht hätten. Aber
so bekamen die beiden auch schon
mal einen kleinen Vorgeschmack
für ihren Flug. Nachdem die
Räder und das Gepäck
eingescheckt waren, haben uns die
beiden noch zum Abschied zum Essn
eingeladen.
Was die Sicherheit am
Flughafen angeht ein
Wunder, dass nicht schon etwas
passiert ist: Zwar mussten wir
durch einen Metalldetektor
schreiten, nur wurde er erst nach
uns eingeschaltet, und auf den
Toiletten hinter den
Kontrollen standen
die Fenster zur Straße
sperrangelweit auf, so dass man
alles, was nicht durch die
Kontrollen soll, einfach nur
bequem zwei Meter von der Straße
hochwerfen muss......!!!!! Da
diese Zustände den
internationalen
Fluggesellschaften immerhin
anscheinend bewusst waren, hatten
man sozusagen als europäisches
Bollwerk einen
einsamen BGS-Beamten in Zivil
hinter den Kontrollen für
Stichproben abgestellt......!!!
Der Flug verlief ziemlich ruhig,
nur dass es nicht gleich gen
Norden ging, sondern erst einmal
noch fast leer eine Stunde nach
Lagos in Nigeria, bevor wir dann
immer noch nicht ganz voll gen
Norden aufbrachen. Dieses hatte
immerhin den Vorteil, dass wir
beide je eine Zweierreihe für
uns bekamen.
In Hamburg erwarteten uns zu
Glück schon Freunde aus Harburg
mit zwei Autos für uns, das
Gepäck und die wohlbehalten
angekommenen Räder.
Gleich am Montagmorgen, nachdem
sich unser beider Kreislauf ein
wenig wieder gefangen hatte,
machten wir uns dann auf den Weg
in Bernhardt-Nocht
Tropeninstitut, um uns
durchchecken zu lassen und um
abzuklären, ob wir vielleicht
doch ein paar ungeplante
Souvenirs in Westafrika
aufgesammelt hatten. Zum Glück
war die Diagnose negativ, und die
schweren Kreislauf- und
Magenprobleme schlussendlich wohl
auf das unglaublich starke
Schwitzen bei der irren Hitze und
den daraus resultierenden
immensen Flüssigkeitsverlust,
die schlechte und mangelhafte
Ernährung und die manchmal
vielleicht doch etwas fragliche
Trinkwasserqualität über Wochen
hinweg zurückzuführen.
Uns war immer
klar gewesen, dass die Gesundheit
an erster Stelle steht und dass
wir eventuell wegen Hendriks
Diabetes früher als geplant
zurückkommen müssen. Auch wenn
wir unser eigentliches Ziel
Südafrika nicht erreicht haben,
so sind wir doch mit dem Verlauf
der Reise zufrieden und freuen
uns, überhaupt so weit gekommen
zu sein.
Schlussendlich wäre es wohl
ohnehin äußerst fraglich
gewesen, ob wir die Reise von
Ghana so wie geplant hätten
fortsetzen können. Just an dem
Wochenende, als wir Accra
verließen, brach im Nachbarland
Togo nach den wohl katastophalen
Wahlen ein
Bürgerkrieg aus, der sich als
bevorzugte Zielpersonen unter den
Weißen ausgerechnet Deutsche
erkoren hatte, was zu einer
Reisewarnung des Auswärtigen
Amtes und der Aufforderung, doch
schnellstens das Land zu
verlassen, führte. Aber auch
für Nigeria, Kongo, Angola und
selbst für Namibia hörten wir
von anderen Reisenden oder durch
Meldungen im Internet von
dringenden Reisewarnungen für
Überlandreisen......
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