
2. Bericht: Von Freiburg
nach Biarritz (23.07.04 -
01.09.04)Am 23. Juli
haben wir bei Breisach bei
Kilometer 1771 die
deutsch/franzoesische Grenze
ueberquert. Frankreich, fuer uns
beide relatives Neuland, da wir
noch nicht so oft hier waren. Zum
Glueck hatten wir noch in
Deutschland eine IGN Fahradkarte
(Institute Geografie National) im
Massstab 1:100.000 gefunden.
Leider mussten wir dann
feststellen, dass keine
Campingplaetze eingezeichnet
waren. Wir haben uns dann einen
no name Frankreich Atlas
1:250.000 fuer 6 Euro zulegt,
zwar kein idealer Massstab,
dafuer waren die Campingplaetze
eingezeichnet. Wir sind bestens
damit klargekommen, ausserdem
haben wir dann Seite fuer Seite
abgearbeitet und anschliessend
entsorgt. Bei den
Anschaffungskosten kann man das
mit leichtem Herzen tun.

Zunaechst ging es an der Doubs
durch das Juragebirge Richtung
Besascon. Wir haben versucht,
moeglichst auf Nebenstrassen zu
fahren, um dem Verkehr aus dem
Weg zu gehen. Ueber Dole und
Chalon ging es bis Lyon weiter an
der Saone und dann die Rhone
entlang, meistens relativ eben,
so dass wir Kilometer geschafft
haben. In Vienne hat uns dann das
erste Mal unsere Karte im Stich
gelassen: Der auf ihr
verzeichnete Campingplatz
existierte nicht mehr! Da es
schon spaet war, der Campingplatz
als solches aber noch '
erkennbar' war, haben wir eben
dort unser Zelt aufgeschlagen.
Sanitaeranlagen waren natuerlich
nicht mehr intakt, dafuer gab es
aber einen Bach.


Ueber Valence und Montelimar
ging es weiter an der Rhone
entlang. Dann sind wir gen Westen
abgebogen, um entlang der Ardeche
Schlucht zu fahren. Wir sind
extra frueh los, um zum einem der
Hitze, zum anderren dem Verkehr
zu entgehen. Es ging zwar
konstant rauf und runter, doch
dafuer wurden wir auch mit
spektakulaeren Ausblicken
belohnt.

Puenktlich zu meinem
Geburtstag waren wir dann bei
Hendriks Onkel und Tante in
Suedfrankreich, wo wir drei
wunderbare Tage mit Ausfluegen in
die Umgebung verbracht haben. So
haben wir uns die beruehmten
Roquefort Keller angeschaut.
Inzwischn haben wir wohl schon
Tonnen davon gegessen! Hier sind
wir dann bei dem kleinen Ort
Lunas auch das erste Mal auf das
Jakobswegzeichen gestossen. Es
gibt ein ganzes Netz an Wegen,
die sich dann alle in Spanien zu
dem beruehmten Jakobsweg
vereinigen.

Weiter ging es dann durch das
Zentralmassiv bis an den Canal du
Midi und nach Carcassonne.
Almaehlich konnten wir in der
Ferne auch die Pyrenaeen sehen.
Wir sind dann noch ein Stueck an
der Garonne geradelt und dann
nach Lourdes abgebogen. Kurz
danach haben wir dann auch die
ersten Jakobsweg -Pilger
getroffen, ein franzoesisches
Paar. Da die Frau gehbehindert
war, hat der Mann sie in einem
Anhaenger gezogen. Alle Achtung!

Nach 1600km in Frankreich und
bei 3371 km gesamt haben wir am
26. August bei Biarritz den
Atlantik erreicht. Hier ruhen wir
uns nun etwas aus. Am 31.8. kommt
unser Freund Bjoern aus Luebeck,
um dann mit uns die 3. Etappe,
den Jakobsweg zu fahren.
Den Radern geht es nach wie
vor gut, Hendrik musste lediglich
die Kette wechseln, da sie bei
Start nicht frisch war, und er
doch einen guten Antritt hat... .
Unsere Liegeraeder stellen sich
doch immer wieder als ideales
Kontaktmittel heraus: Immer
wieder wollen die Menschen
wissen, was das ist, wie das
funkioniert usw. Viele geben uns
im vorbeifahren positive
Handzeichen, einige klatschen
sogar, und einige wollen uns
sogar fotografieren. So haben wir
unser Schulfranzoesisch auch
gleich gut auffrischen koennen.
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