4. Bericht: Von Santiago de Compostela/Spanien nach Sagres/Portugal (02.10.04 - 28.10.04)

Am 28. September hatten wir Santiago de Compostela als Endpunkt des Jakobsweges erreicht.
Am 2. Oktober sind wir dann nach ausgiebigem Studium der Stadt und ein paar Tagen Ausspannens endlich in Richtung Kueste und Portugal gestartet, welche wir am 4. erreichten. Portugal war herrlich --- solange es nicht regnete...... Aber die Fahrten durch die endlosen Kiefern/Pinienwaelder oder entlang der schier endlosen Straende entschaedigten fuer so manchen durchnaesten Tag. Da es fuer uns beide neues Terrain war, haben wir uns natuerlich maechtig viel von der zuhauf vorhandenen "Kultur" angetan. Willkommener Grund mal wieder einen kleinen break einzulegen, waren die netten kleinen Baeckereien mit den koestlichen kleinen Kuechlein oder die vielen kleinen pitoresken Ortschaften, die jedoch immer mehr durch Unmengen an jetzt leerstehenden Ferienhausern oder –Wohnungen zersiedelt werden ( fast jeder Portugiese scheint ein Domizil an der Kueste zu haben).
Porto gefiel uns von den Staedten weitaus besser als Lissabon (mag am Regen gelegen haben).

Der Besuch am westlichsten Punkt Festlandeuropas, dem Cabo da Roca, gestaltete sich als ein wahrer Kampf mit den Elementen. Die Kuestenstrasse von Sintra aus kommend war ja erst noch ganz angenehm, auch wenn man sich schon etwas aergerte, da man die ganzen Hoehenmeter vom Vortag erst einmal zu einer Badebucht hinuntermusste. Kaum dort angekommen, fing man dann auch schon an, den aufkommenden Sturm zu spueren, just in dem Moment, als eine satte 15%-Steigung anstand. Na, da wurde einem wenigstens nicht kalt !!!! Endlich oben angekommen, setzte der Regen ein, -- nicht erst einmal so langsam mit Niesel, nein, gleich als mittlerer Wasserfall. Aber nach einer Viertelstunde war dann endlich die Erkenntnis da, dass Bushaeuschen nicht fuer fast waagerecht fallenden Regen gebaut sind, -- also weiter und natuerlich hoerte der Regen auch erst einmal in der naechsten Kurve auf -- Wahrscheinlich aber nur zum Luftholen!!! Da tauchte dann auch schon aus dem Nebel der Leuchtturm unserer Begierde auf --- nur war er natuerlich nicht auf unserer Hoehe, sondern laut einem Schild gute 3 km in Serpentinen den Berg wieder runter -- wer runter will, muss jedoch auch wieder die gleiche Strecke hoch, macht nichts -- es regnet ja wenigstens gerade nicht, und wann werden wir vielleicht je wieder dort sein? Bergab ist ja eigentlich fast immer ein Spass, nur was, wenn ein mittlerer Orkan mit 8-10 Windstaerken einen versucht, von der ohnehin sehr engen Strasse zu pusten...... Im Sommer oder bei besserem Wetter tummeln sich unten am Leuchtturm bestimmt jede Menge Menschen -- jetzt war es ziemlich gut ueberschaubar. Die letzten Meter schieben wir lieber, da der Wind uns anscheinend entdeckt hat und beschlossen hat, uns ueber die Klippen zu den Fischen und Moewen zu schicken.


Nach wenigen Minuten beginnt auch wieder ein feiner Regen -- Nach einigen Fotoversuchen mit Gesichtern wie im Windkanal und nachdem wir einer kleinen Japanerin dabei geholfen haben, ein Foto zu machen, ohne dass der Wind sie gleich mitnimmt....... (manchmal machen sich ein paar Kilos mehr doch bezahlt !!! ) Just als wir wieder den Rueckweg nach oben auf die Hauptstrasse antreten, hoert es auch netter weise kurz auf zu regnen. Dafuer ist es mehr ein Schieben als ein Fahren den Berg hoch, gegen den Sturm. Aber jede 3km sind irgendwann einmal geschafft --- aber leider nur um festzustellen, dass es nach knapp 200 m schon wieder beginnt, leicht den Berg hinabzugehen. Kaum oben, setzt auch schon wieder der Regen ein, die Sicht reduziert sich, als ob man durch eine Taucherbrille sehen wuerde, und es begann, endgueltig ungemuetlich zu werden. Kaum unten angekommen, gab es dann zwar einen RADWEG!!!, aber Regen und Sturm hatten gerade so richtig Gefallen an uns gefunden.

Nach knapp 6 Stunden bei Sturm und Regen kommen wir in Cascais, einem Ort ca.30 km vor Lissabon an. Campen faellt aus bekannten Gruenden aus, also suchen wir uns eine trockene Unterkunft, die wir erst einmal in ein Waeschelager verwandeln.
Am 25.10. erreichen wir Sagres, dem westlichsten Punkt der Algarve bei gerade mal wieder beginnenden Sturm, wo wir erst einmal ein paar Tage abwartend auf dem Campingplatz mit Lesen und Waeschewaschen verbringen, bevor wir nach Lagos und in den Sueden weiterziehen.

Zum Schluss noch eine kleine Reisebetrachtung der speziellen Art: Dass wir mit den Raedern Aufmerksamkeit erregen wuerde, war uns ja bewusst und ja auch bis zu einem gewissen Masse gewollt, um mit den Menschen ins Gespraech zu kommen >>> Aber gelegentlich zweifelt man doch arg an dem Sinn und Zweck von Gefuehlsaeusserungen, wenn der zweihunderste PKW-LKW laut hupend mit 100kmh an einem vorbeirast. Da verliert selbst die schoenste Strasse irgendwann ihren Reiz……..---- Was soll der Bloedsinn nur >> ich bin doch nicht taub !!!! (Aber bald ?????).

>> 5. Bericht: Von Sagres nach Tanger